Hier finden Sie nützliche Infos zu Ihrer Schei­dung.

Scheidung auf gemeinsames Begehren

Voraussetzungen
Sind sich die Eheleute darüber einig, sich scheiden lassen zu wollen, können Sie beim Gericht jederzeit ein gemeinsames Scheidungsbegehren einreichen. Sind sich die Ehegatten zudem über alle Nebenfolgen der Scheidung einig, handelt es sich um eine umfassende Einigung (Scheidung nach Art. 111 ZGB). Sind jedoch einzelne Nebenfolgen der Scheidung (wie z.B. Unterhalt, elterliche Sorge usw.) strittig, so liegt lediglich eine Teileinigung vor (Scheidung nach Art. 112 ZGB).

Bei einer Scheidung auf gemeinsames Begehren regeln die Eheleute die Nebenfolgen der Scheidung, über welche sie sich einig sind, in einer Scheidungskonvention. Diese reichen Sie in der Regel zusammen mit dem Scheidungsbegehren bei zuständigen Gericht ein.
Dauer und Gerichtskosten
Bei einer umfassenden Einigung dauert die Scheidung normalerweise zwischen drei und sechs Monate. Im Falle einer Teileinigung verzögert sich das Verfahren, bis die Ehegatten vor Gericht eine Einigung finden oder das Gericht die strittigen Nebenfolgen festlegt.

Die Gerichtskosten werden von den kantonalen Gerichten entsprechend ihren Gebührenordnungen festgelegt. Im Kanton Zürich beträgt die Gerichtsgebühr für eine einvernehmliche Scheidung mit umfassender Einigung über die Nebenfolgen in der Regel CHF 2’500. Zur Gerichtsgebühr kommen noch Schreib- und Zustellgebühren von CHF 250 bis CHF 500 hinzu. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gebühr um die Hälfte. Bei einvernehmlichen Scheidungen werden die Gerichtskosten meist auf beide Ehegatten hälftig verteilt.

Eine Scheidung mit einer umfassenden Einigung ist demnach die schnellste und günstigste Art, sich scheiden zu lassen.

Wer nicht in der Lage ist, die Gerichts- und Anwaltskosten selbst zu bezahlen, kann beim Gericht die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung beantragen. Überprüfen Sie hier, ob Sie Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung haben!
Anwaltliche Vertretung
Im Scheidungsverfahren besteht keine Pflicht sich anwaltlich vertreten zu lassen. Eine Vertretung vor Gericht empfiehlt sich aber, wenn die Gegenseite anwaltlich vertreten ist.

Bei easyscheidung.ch erhalten sie eine von Juristen und Rechtsanwälten ausgearbeitet Scheidungskonvention und können sich im Scheidungsverfahren von unseren Partneranwälten vertreten lassen.
Scheidungsverfahren bei umfassender Einigung
• Einreichung des Scheidungsbegehrens beim zuständigen Gericht

• Anhörung vor Gericht (Das Gericht überprüft, ob sich die Eheleute unbeeinflusst und wohlüberlegt zur Scheidung entschlossen haben und ob sie sich über die Scheidungsfolgen im Klagen sind.)

• Genehmigung der Vereinbarung durch das Gericht
Scheidungsverfahren bei einer Teileingung
• Einreichung des Scheidungsbegehrens beim zuständigen Gericht inkl. der ausdrücklichen Erklärung, dass die strittigen Scheidungsfolgen durch das Gericht geregelt werden sollen

• Anhörung vor Gericht (Das Gericht überprüft, ob sich die Eheleute unbeeinflusst und wohlüberlegt zur Scheidung entschlossen haben und ob sie sich über die unstrittigen Scheidungsfolgen im Klagen sind. Die Parteien können zudem zu den strittigen Scheidungsfolgen Anträge stellen.)

• Gesamturteil durch das Gericht (Es wird die Teilvereinbarung genehmigt und die offenen Fragen werden durch das Gericht entschieden.)
Scheidungskonvention - Scheidungsvereinbarung
Die Scheidungskonvention ist eine Vereinbarung zwischen den Ehegatten, um die Nebenfolgen der Scheidung festzulegen. Die Scheidungskonvention muss für ihre Gültigkeit zwingend von einem Gericht überprüft und genehmigt werden.

Die Scheidungskonvention beinhaltet das Scheidungsbegehren der Ehegatten sowie die Vereinbarung über die Scheidungsfolgen (siehe Scheidungsfolgen). Somit beinhaltet die Scheidungskonvention Folgendes:

• Scheidungsbegehren
• Familienwohnung
• Güterrecht
• Ehegattenunterhalt
• Kindesunterhalt
• Elterliche Sorge
• Obhut
• Besuchsrecht
• Vorsorgeausgleich
• Kosten des Scheidungsverfahrens
• Saldoklausel
Scheidungsbegehren
Das Scheidungsbegehren ist die von beiden Eheleuten erklärte Scheidungsabsicht.
Scheidungsfolgen
Die Scheidungsfolgen werden in einer Scheidungskonvention von den Eheleuten gemeinsam vereinbart, oder einseitig vom Gericht festgesetzt.

Zu regeln sind insbesondere nachstehende Scheidungsfolgen

• Familienwohnung
• Güterrecht
• Ehegattenunterhalt
• Kindesunterhalt
• Elterliche Sorge
• Obhut
• Persönlicher Verkehr/Besuchsrecht
• Allfällige Kindesschutzmassnahmen
• Vorsorgeausgleich
• Kosten des Scheidungsverfahrens
Familienwohnung
Die Familienwohnung ist während der Ehe der räumliche Mittelpunkt des Familienlebens. Sie zu verlassen, fällt unter Umständen beiden Ehegatten nicht leicht. Deshalb wird die Familienwohnung nicht zwingend dem sachen- oder vertragsrechtlichen Berechtigtem zugeteilt. Aus einem wichtigen Grund kann die Familienwohnung auch einem Ehegatten, welcher lediglich Mit- oder Untermieter ist, zugesprochen werden. Als wichtiger Grund gilt beispielsweise die Fortsetzung des in der Familienwohnung ausgeübten Berufes. Oftmals erhält derjenige Gatte die Familienwohnung, welcher die elterliche Obhut oder elterliche Sorge für die Kinder erhält. Die verschiedenen Interessen der Eheleute sind dabei immer gegeneinander abzuwägen.

Steht die Familienwohnung im Alleineigentum eines Ehegatten, kann dem anderen allerdings nur ein befristetes und kostenpflichtiges Wohnrecht eingeräumt werden. Hingegen können Familienwohnung im Gesamt- oder Miteigentum der Eheleute, bei Nachweis eines überwiegenden Interesses, einem Ehegatten gegen volle Entschädigung zuhanden des anderen zugewiesen werden.

Die bei der Trennung festgelegte Zuteilung der Familienwohnung kann bei der Scheidung allenfalls nochmals geändert werden.
Güterrecht
Das Güterrecht ist das Vermögensrecht der Ehegatten. Bei der Scheidung müssen Vermögen sowie Schulden der Eheleute verteilt werden. Als Stichtag für die güterrechtliche Auseinandersetzung gilt der Tag, an welchem das Scheidungsbegehren eingereicht wurde.

Um zu entscheiden, welchem Ehegatten was zusteht, ist entscheidend zu wissen, unter welchem Güterstand die Eheleute während der Ehe gelebt haben. Es gibt folgende Güterstände

• Errungenschaftsbeteiligung
• Gütergemeinschaft
• Gütertrennung
Errungenschaftsbeteiligung
Die Errungenschaftsbeteiligung ist der ordentliche Güterstand in der Schweiz. Haben die Ehegatten bei der Heirat also keinen anderen Güterstand vereinbart, so haben sie in einer Errungenschaftsbeteiligung gelebt. In einer Errungschaftsbeteiligung wird zwischen Errungenschaft und Eigengut unterschieden. Als Errungenschaft gelten dabei grundsätzlich alle Vermögenswerte, welche während der Ehe entgeltlich erworben wurden, wie der Lohn jedes Ehegatten, aber auch Sozialleistungen, Erträge aus Eigengut usw. Zum Eigengut hingegen zählt das in die Ehe eingebrachte Vermögen.

Die güterrechtliche Auseinandersetzung bei einer Scheidung erfolgt in sechs Phasen

1. Die Ehegatten nehmen ihre Eigengüter in natura zurück
2. Die Ehegatten sondern ihre Anteile an Eigengut aus den Gütermassen aus
3. Die Errungenschaft wird bewertet
4. Hinzurechnung von
a. unentgeltlichen Zuwendungen zuhanden Dritter, ohne Zustimmung des anderen Gatten, in den letzten fünf Jahren vor der Scheidung
b. Umgehungsgeschäfte
5. Hälftige Teilung des Aktivsaldos der Errungenschaft der Ehegatten (sofern vorhanden, allenfalls anderer Schlüssel falls im Ehevertrag so festgelegt)
6. Beteiligungs- und Ersatzforderungen sind zu begleichen

Vereinfacht dargestellt müssen bei einer Errungenschaftsbeteiligung im Zeitpunkt der Scheidung folgende Vermögenswerte je hälftig geteilt werden, wenn sie während der Ehe erworben wurden

• Wohneigentum
• Hausrat (d.h. Möbel, Haushaltsgegenstände usw.)
• Fahrzeuge
• Bargeld
• Vermögen auf Bankkonten
• Wertschriften
• Ersparnisse der Säule 3a oder 3b
• usw.

Keine Errungenschaft stellen diese Vermögenswerte dar, wenn sie bereits vor der Heirat vorhanden waren und in die Ehe eingebracht wurden oder aufgrund eines Erbes nur einem Ehegatten zustehen. Ebenso wenig gehören Genugtuungsansprüche für persönlichen, seelischen Unbill zur Errungenschaft.
Gütergemeinschaft
Beim Güterstand der Gütergemeinschaft gibt es anstelle der Errungenschaft des Ehemannes und der Ehefrau das Gesamtgut, welches im Eigentum beider steht.
Gütertrennung
Die Gütertrennung kann als Güterstand der vermögensrechtlichen Unabhängigkeit bezeichnet werden, an dem die Eheschliessung nichts ändert. Bei der Auflösung der Gütertrennung nehmen die Eheleute ihre Vermögenswerte zurück, welche sich im Besitz des anderen Ehegatten befinden und regeln ihre Schulden. Vermögenswerte im Miteigentum können demjenigen, der daran ein überwiegendes Interesse nachweist, gegen Entschädigung des anderen zugewiesen werden.
Ehegattenunterhalt
Der Ehegattenunterhalt hat das Ziel, die finanziellen Folgen der Ehe sowie der Scheidung gerecht auf beide Eheleute zu verteilen.

Die Voraussetzungen für die Anordnung nachehelichen Unterhaltes sind

• Lebensprägende Ehe (d.h. Dauer mehr als 5 Jahre oder mit Kindern)
• Ungenügende Eigenversorgungskapazität des einen Ehegatten
• Leistungsfähigkeit des anderen Ehegatten
• Keine rechtsmissbräuchliche Geltendmachung des Unterhalts

Es wird also nicht in allen Situationen nachehelichen Unterhalt geschuldet. Waren beide Ehegatten während der Ehe erwerbstätig und können auch nach der Scheidung für ihren Lehensunterhalt aufkommen, so sind die Voraussetzungen für die Anordnung von nachehelichem Unterhalt grundsätzlich nicht gegeben. Gleiches gilt für kurze nicht lebensprägende Ehen, bei denen einem Ehepartner der seine Arbeit zwischenzeitlich aufgegeben hat, ihm aber zugemutet werden kann, eine neue Arbeitsstelle zu finden und wieder für den eigenen Unterhalt aufzukommen . Eine kurze und nicht lebensprägende Ehe liegt grundsätzlich vor, wenn die Ehe weniger als fünf Jahre gedauert hat und keine Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind.

Hat ein Ehegatte hingegen während einer lebensprägenden Ehe auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet, und haben sich die Ehegatten auf die Aufgabenverteilung verständigt, bei welcher der Nichterwerbstätige sich ausschliesslich um den Haushalt und die Kinderbetreuung kümmerte, so entstehen ihm mit der Scheidung finanzielle Nachteile. Diese Nachteile können durch den nachehelichen Unterhalt ausgeglichen werden.

Die finanziellen Nachteile einer solchen lebensprägenden Ehe lassen sich insbesondere wie folgt begründen: Mit dem Verzicht auf eine Erwerbstätigkeit hat der Ehegatte durch seine lange Absenz vom Berufsleben die Karrieremöglichkeiten oft dauerhaft beeinträchtigt. Ihm fehlt die Praxis und er besitzt allenfalls eine veraltete Ausbildung, welche den Wiedereinstieg ins Berufsleben erschwert. Allenfalls kann auch die nach der Scheidung andauernde Kinderbetreuung eines Ehegatten diesen daran hindern, ganz oder teilweise einer Berufstätigkeit nachzugehen. Bei besonders langer Dauer und Intensität einer Ehe geht die Schweizer Rechtsprechung davon aus, dass man zur Schicksalsgemeinschaft geworden ist, welche auch über die Scheidung hinaus andauern soll, wenn ein bedürftiger Ehegatte durch Alter oder aus gesundheitlichen Gründen beeinträchtigt ist. Zudem soll der nacheheliche Unterhalt nach einer lebensprägenden Ehe (vorübergehend) ein Einkommensgefälle zwischen den Ehegatten auffangen.

Die unterhaltsberechtigte Person macht die Ansprüche jedoch rechtsmissbräuchlich geltend, wenn sie ihre Pflicht zum Unterhalt beizutragen grob verletzt oder ihre Bedürftigkeit mutwillig herbeigeführt hat. Die unterhaltsberechtigte Person handelt auch rechtsmissbräuchlich, wenn sie gegen die unterhaltsverpflichtete Person oder eine dem Verpflichteten nahestehende Person eine schwere Straftat begangen hat.

Der unterhaltspflichtige Ehegatte ist leistungsfähig, wenn er über das Existenzminimum hinaus Einkünfte erhält. Reicht das Geld für beide Ehegatten nicht, so ist der unterhaltsberechtigte Gatte gezwungen, Sozialhilfe zu beziehen. In diesen Fällen empfiehlt sich nicht, freiwillig auf Unterhaltsleistungen zu verzichten, da einem die Sozialhilfe versagt werden kann.

Gerne prüft das Easyscheidung-Team den Anspruch auf nachehelichen Unterhalt und berechnet diesen. Wählen Sie dazu Scheidung premium oder die Scheidungsklage premium.
Kindesunterhalt
Zum Kindesunterhalt zählen sowohl Pflege und Erziehung des Kindes als auch die Kosten für die Nahrung, die Kleidung, die Unterkunft sowie die allgemeine Pflege, Gesundheitskosten, Erziehungskosten, Ausbildungskosten, Freizeitkosten, Kosten für Hobbys und das Taschengeld. Der Kindesunterhalt soll einerseits den Bedürfnissen des Kindes und andererseits dem Lebensstandard der Eltern entsprechen. Da sich die Bedürfnisse eines Kindes mit seinem Alter verändern, wird der Unterhaltsbeitrag an das Kind oft nach Altersstufen gestaffelt. Es gilt dabei der Grundsatz, dass der Unterhalt mit dem zunehmenden Alter des Kindes steigt.

Die Voraussetzungen des Kindesunterhalts sind grundsätzlich:

• Ein bestehendes Kindesverhältnis
• Minderjährigkeit des Kindes oder das Kind befindest sich noch in Ausbildung
• Leistungsfähigkeit der unterhaltspflichtigen Person

Unterhaltspflichtig sind also beide Elternteile, wenn sie die genannten Voraussetzungen erfüllen. Der Kindesunterhalt kann aber nicht nur durch geldwerte Leistungen, sondern auch durch Pflege und Erziehung geleistet werden. Demnach muss insbesondere derjenige Elternteil Geldzahlungen leisten, welcher keine Betreuungsaufgaben übernimmt.

Im Scheidungsverfahren hat das Gericht über den Unterhaltsbeitrag der Eltern zu entscheiden. Dabei beachtet das Gericht alle für das Kindeswohl wichtigen Umstände. Es bezieht in seinen Entscheid insbesondere auch den Antrag der Eltern (in Form der in der Scheidungskonvention getroffenen Vereinbarung) und soweit möglich auch die Meinung des Kindes mit ein. Unberücksichtigt bleibt, ob ein Elternteil die Obhut oder elterliche Sorge innehat oder Kontakte zum Kind pflegt.

Der Unterhaltsanspruch dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes oder bis zur Vollendung einer angemessenen Ausbildung an. Ein Schulabschluss einer Mittelschule oder eines Gymnasiums ist dabei noch keine angemessene Ausbildung.

Die Bemessung des Kindesunterhalts ist in den Kantonen unterschiedlich. Der Kindesunterhalt ist für jedes Kind separat festzulegen.

Gerne prüft das Easyscheidung-Team den Anspruch auf Kindesunterhalt und berechnet diesen (Wählen Sie dazu Scheidung premium oder die Scheidungsklage premium.).
Elterliche Sorge
Seit dem 1. Juli 2014 haben geschiedene Eltern grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder. Das bedeutet, dass die Eltern gemeinsam Verantwortung für die Entwicklung und Erziehung des Kindes wahrnehmen. Vater und Mutter sind dabei gleichgestellt und entscheiden über sämtliche Fragen die das Kind betreffen gemeinsam. Solche Fragen sind beispielsweise die Ausbildung, die medizinische Versorgung, der Erziehungsstil, aber auch das Besuchsrecht und die Betreuungsanteile.

Die gemeinsame elterliche Sorge bedeutet aber nicht, dass sich die Eltern über jede Kleinigkeit unterhalten und einigen müssen. Die alltäglichen oder auch dringlichen Angelegenheiten darf jeder Elternteil, der das Kind gerade betreut, alleine entscheiden. Dies auch, wenn der andere Elternteil nur mit unvernünftigem Aufwand erreichbar ist, beispielsweise wenn dieser Elternteil sich im Ausland befindet ohne die Kontaktangaben hinterlassen zu haben. Nur so kann der betreuende Elternteil im Alltag überhaupt handeln.

Die elterliche Sorge beinhaltet auch das Recht den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen. Bei einer gemeinsamen elterlichen Sorge bedeutet dies, dass die Eltern grundsätzlich gemeinsam darüber entscheiden, wo das Kind wohnt oder sich aufhält. Möchte der betreuende Elternteil also seinen Wohnsitz innerhalb der Schweiz wechseln, so benötigt er die Zustimmung des anderen, wenn der Reiseweg zum Kind länger wird und somit der Kontakt zum Kind «erheblich» erschwert werden würde. Wenn der eine Elternteil mit dem Kind ins Ausland ziehen will, muss er immer vorher die Zustimmung des andern Elternteils einholen. Andernfalls handelt es sich um eine Kindesentführung.

Das gemeinsame Sorgerecht hält Eltern natürlich nicht von Uneinigkeiten ab. Jedoch besitzt ein Elternteil nicht mehr den Stichentscheid. Im Streitfall über Kindesbelange müssen sich die Eltern nach der Scheidung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wenden.

Über die elterliche Sorge in einem Scheidungsverfahren entscheidet bei Uneinigkeit der Eltern das Gericht. Sind sich die Eltern aber einig, können Sie in der Scheidungskonvention sowohl die gemeinsame elterliche Sorge, als auch die alleinige elterliche Sorge eines Elternteils festhalten. Das Gericht überprüft in diesem Falle, ob die Vereinbarung der Eltern auch dem Wohl des Kindes entspricht.
Obhut
Die tatsächliche elterliche Obhut bezeichnet die tägliche Betreuung und Pflege des Kindes. Die Kinder leben und wohnen demnach bei demjenigen Elternteil, welcher die tatsächliche Obhut innehat. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge, entscheiden die Eltern gemeinsam, welchem Elternteil die Obhut zusteht. Die Obhut kann auch abwechslungsweise von beiden Elternteilen wahrgenommen werden (alternierende Obhut) oder einem Dritten zustehen, wenn das Kind beispielsweise in einem Heim wohnt.
Persönlicher Verkehr/Besuchsrecht
Wenn die Eltern und Kinder in verschiedenen Haushalten leben, hat das Kind Anspruch, mit beiden Elternteilen Kontakt zu haben. Neben dem persönlichen Kontakt gehört auch der darüberhinausgehende Kontakt über Telefonate, Briefe, Emails etc. zum persönlichen Verkehr. Die Eltern haben daher alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigen könnte.

Die Grenze des Anspruches bildet das Kindeswohl. Daher steht es der Kindesschutzbehörde zur Wahrung des Kindeswohls zu, Mahnungen oder Weisungen zum persönlichen Verkehr zu erteilen.

In der Scheidungskonvention können die Eltern regeln, an welchen Wochenenden, Wochen- oder Feiertagen welcher Elternteil die Kinder betreut. Dabei sind auf die Wünsche und das Alter des Kindes Rücksicht zu nehmen.
Allfällige Kindesschutzmassnahmen
Im Rahmen der Scheidung können Kindesschutzmassnahmen geprüft werden, insbesondere kann das Gericht eine Besuchsrechtsbeistandschaft für das Kind anordnen.
Vorsorgeausgleich
Das Schweizer Recht sieht für Vorsorge- oder Freizügigkeitsleistungen, die während der Ehe in die 2. Säule einbezahlt wurden, grundsätzlich einen Ausgleich vor. Das heisst, dass jedem Ehegatten die Hälfte der durch den andern Gatten während der Ehe einbezahlten Vorsorgeleistungen zustehen. Nicht in den Ausgleich fallen Einzahlungen, welche die Eheleute vor der Eheschliessung getätigt haben.

Ausnahmsweise können die Ehegatten auf eine Teilung verzichten, wenn die Teilung zu einem stark ungerechten Ergebnis führen würde. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Alters- und Invalidenvorsorge auf andere Weise gewährleistet wird.

Ist bei einem der beiden Ehegatten bereits ein Vorsorgefall eingetreten, das heisst bezieht einer der Ehegatten bereits eine Alters- oder Invalidenrente, können die Vorsorge- oder Freizügigkeitsleistungen nicht mehr ausgeglichen werden. In diesem Fall hat das Gericht eine angemessene Entschädigung fest. Diese Entschädigung richtet sich sowohl nach der Dauer der Ehe, als auch nach den jeweiligen Bedürfnissen der Ehepartner.

Gerne prüft das Easyscheidung-Team Ihren Anspruch auf nachehelichen Unterhalt und berechnet diesen. Wählen Sie dazu Scheidung premium, die Scheidungsklage easy oder die Scheidungsklage premium.
Weitere Scheidungsfolgen
Die Scheidung wirkt sich auch auf den Zivilstand aus. Nach einer Scheidung lautet der Zivilstand der Eheleute «geschieden».

Hat einer der Ehegatten anlässlich der Eheschliessung seinen Namen geändert, behält der diesen grundsätzlich auch nach der Scheidung, ausser er erklärt gegenüber dem Zivilstandsbeamten, dass er wieder seinen Ledignamen möchte.

Mit der Scheidung entfällt auch das gesetzliche Erbrecht unter den Eheleuten.

Die Scheidung hat jedoch keinen Einfluss auf das Bürgerrecht der Ehegatten. Denn seit 2012 ändert sich der Bürgerort der Eheleute auch nicht mehr bei der Heirat.