Hier finden Sie nützliche Infos zu Ihrer Trennung.

Eheschutzverfahren / Trennung

Allgemeines
Der gerichtliche Eheschutz zielte ursprünglich auf die Vermittlung und Versöhnung bei ehelichen Konflikten ab. Allerdings dienen Eheschutzmassnahmen heute in der Praxis meist nicht mehr der Rettung der Ehe, sondern der Vorbereitung einer Scheidung. Im Vordergrund steht schnellst mögliche Existenzsicherung sowie der Persönlichkeitsschutz.
Abgrenzung zur Scheidung
Eheschutzmassnahmen können im Vergleich zur Scheidung auch gegen den Willen des anderen Ehegatten gerichtlich verlangt werden, ohne dass die Eheleute bereits seit zwei Jahren (oder überhaupt) getrennt leben.

Im Vergleich zur Scheidung wird im Eheschutzverfahren kein Ausgleich der beruflichen Vorsorge und auch keine güterrechtliche Auseinandersetzung vorgenommen. Allerdings kann im Eheschutzverfahren die Gütertrennung verlangt werden, wenn die finanziellen Interessen eines Ehegatten gefährdet sind. Zwar kann im Eheschutzverfahren die Familienwohnung bereits einem Ehegatten befristet zur alleinigen Benutzung zugesprochen werden, hingegen wird erst bei der Scheidung entschieden, auf welchen Ehegatten der Mietvertrag für die eheliche Wohnung übertragen wird.

Das Eheschutzverfahren ist als summarisches Verfahren einfacher und schneller ausgestaltet als ein Scheidungsverfahren.

Im Gegensatz zur Scheidung hat die Trennung keinen Einfluss auf die Witwen- und Witwerrenten und auch nicht auf die gegenseitige Erbberechtigung. Es steht den Eheleuten jedoch offen, bereits vor der Scheidung in einem notariell beglaubigten Erbvertrag gegenseitig auf ihr Erbrecht zu verzichten. Ebenfalls unberührt vom Eheschutzverfahren bleibt Nachname der Ehegatten.

Siehe auch easynotar.ch.
Voraussetzung
Voraussetzung für das Eheschutzverfahren ist insbesondere das Gesuch um Eheschutz ans Gericht durch einen der Ehegatten.

Zudem muss einer der Ehegatten eine eheliche Pflicht vernachlässigt haben oder die Ehegatten sind sich in einer für die eheliche Gemeinschaft wichtigen Angelegenheit uneinig.
Mögliche Eheschutzmassnahmen
Eheschutzmassnahmen sind notwendigerweise nur von vorübergehender Natur. Sie fallen mit der Wiederaufnahme des Zusammenlebens in einer gemeinsamen ehelichen Wohnung von Gesetzes wegen dahin. Einzig eine allfällige Gütertrennung sowie Kindesschutzmassnahmen bleiben auch bei erneutem Zusammenleben bestehen. Hingegen können alle Eheschutzmassnahmen im Scheidungsverfahren abgeändert und neu beurteilt werden.

Im Eheschutzverfahren stehen dem Richter sowohl nicht autoritative als auch autoritative Massnahmen zur Verfügung.

Nicht autoritative Massnahmen des Eheschutzrichters sind die Beratung, Ermahnung sowie die Vermittlung. Bei der Ermahnung werden den Ehegatten ihre ehelichen Pflichten in Erinnerung gerufen. Daneben kann der Richter die Ehegatten durch die Vermittlung zu einer freiwilligen Ehe- oder Familienberatung bewegen.

Dem Eheschutzrichter stehen zudem folgende autoritativen Eheschutzmassnahmen zur Verfügung:

• Festsetzung von ehelichem Unterhalt
• Festsetzung von Kindesunterhalt
• Regelung der Obhut, und allenfalls der elterlichen Sorge
• Regelung des Besuchsrechts
• Anordnung von Kindesschutzmassnahmen
• Regelung zur Benützung der ehelichen Wohnung und des Hausrates
• Anordnung der Gütertrennung, wenn die Umstände dies rechtfertigen
• Regelung des Trennungszeitpunkts
• Ermächtigung eines Ehegatten zu ausserordentlichen Vertretungshandlungen
• Erteilung der Genehmigung zu alleinigem Handeln bezüglich der Familienwohnung
• Verpflichtung eines Ehegatten zur Erteilung von Auskünften über dessen Einkommen, Vermögen und Schulden
• Einräumung von Zahlungsfristen und Sicherstellung von Forderungen unter den Ehegatten
Trennungsvereinbarung
Es ist empfehlenswert die wichtigsten Punkte, welche eine Trennung betreffen in einer Trennungsvereinbarung festzuhalten. Zu diesen Punkten zählen insbesondere der Unterhalt für den Ehepartner und die Kinder, der Trennungszeitpunkt, die Regelung betreffend die eheliche Wohnung, sowie die Obhut und das Besuchsrecht.

Die Trennungsvereinbarung muss im Vergleich zur Scheidungskonvention nicht zwingend von einem Gericht genehmigt werden.

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Dauer und Kosten
Sind sich die Ehegatten über die Trennungsfolgen einig, so sind sie nicht gezwungen ans Gericht zu gelangen. Demnach ist ein Trennungsverfahren bei Einigkeit günstiger und schneller, da unter Umständen ein Gerichtsverfahren und die damit verbundenen Kosten wegfällt.
Anwaltliche Vertretung
Im Eheschutzverfahren besteht keine Pflicht sich anwaltlich vertreten zu lassen. Eine Vertretung vor Gericht empfiehlt sich aber, wenn die Gegenseite anwaltlich vertreten ist.

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Gerichtliches Eheschutzverfahren
Das Eheschutzverfahren ist als summarisches Verfahren ausgestaltet. Summarische Verfahren sind einfacher und dadurch auch schneller ausgestaltet als ordentliche Verfahren. Im Eheschutzverfahren findet deshalb in der Regel eine mündliche Verhandlung statt, um eine Einigung zwischen den Ehegatten zu erzielen.

• Einreichung des Eheschutzbegehrens (und meist auch der Trennungsvereinbarung) beim zuständigen Gericht
• Anhörung vor Gericht (summarisches Verfahren)
• Einigung der Ehegatten oder Entschied durch das Gericht

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